DURYA_01-200PIX.GIF
Schizophonie - Aktienbrauerei/Vilsbiburg ‘06
 
Schizophonie
für E-Gitarre / Mond, E-Cimbalom und live Electronics


Am 6. September präsentiert sich DURYA mit neuem Gesicht und lädt den Hörer zu einer musikalischen Zeitreise in einem besonderen Konzertsaal ein.

Speziell für die Eröffnung des „Neue Gier“-Festivals im Gebäude der ehemaligen Vilsbiburger Aktienbrauerei schrieb der in Rotterdam wohnende Landshuter Komponist
Florian Magnus Maier das Duo „Schizophonie“, das er zusammen mit dem tschechischen Cimbalomvirtuosen Jan Rokyta in Premiere bringt. Wie bei DURYA üblich, steht im Zentrum die Begegnung von neuer akustischer und visueller Kunst mit verschiedenen traditionellen musikalischen Welten: die Instrumentierung von E-Gitarre und Electronics (live-Klang-manipulation) sowie den vom Landshuter Künstler und DURYA-Gründer Ralf Fischer entworfenen, neuartigen Skulptureninstrumenten „Mond“ (ein Monochord-ähnliches, elektrisch verstärktes Melodieinstrument) und der Welt erstem elektrischen Cimbalom (dessen akustischer Ahne eine komplexerer Verwandter des ur-bayerischen Hackbretts ist) schlägt bereits im Ansatz den Bogen von komplett unerforschten Klangwelten zu verschiedenen Traditionen der akustischen Weltmusik, der Zigeunermusik des Balkans, neuzeitlicherer Minimal Music bis hin zu Rock, Barockmusik und selbst einheimischer Folklore.

Im Laufe des einsätzigen Werkes, das in der mittlerweile leeren, kathedralenartigen  Kesselhalle der Brauerei erklingt, manifestieren sich ungreifbare nokturne Klangwolken aus dem Nichts, die sich über filigrane Notengewebe stets mehr zu konkreter Musik verdichten. Die anfangs wenigen musikalischen Zellen durchlaufen in einem konstanten Frage- und Antwort-Spiel der beiden Musiker eine immerwährende Metamorphose und kehren mit immer neuen Gesichtern in den stets beweglichen, sich gleichzeitig verdichtenden Strom musikalischer Landschaften und Assoziationen zurück.
Die elektronische Klangbearbeitung dient hierbei nicht der Verfremdung, vielmehr der Vervielfältigung der gespielten Stimmen, deren Echos zu körperlosen, gleichberechtigten Mitmusikern werden – die beiden Musiker erzeugen mal orchestrale Klangfelder, dann vielstimmigen Kontrapunkt, bevor die polyphone Komplexität purem und unbearbeitetem Musizieren weicht, das sich von klassischer Nüchternheit bis in improvisatorischen Rausch steigert.

Der Titel „Schizophonie“ - soviel wie „gespaltener Klang“ - spielt nicht auf etwaige pathologische Inhalte der zu keinem Zeitpunkt abstrakten oder unzugänglichen Musik an;
vielmehr ist er Ausdruck des musikalischen Konstruktionsprinzipes, das das Notenmaterial ständig, wie in einem Spiegelkabinett, zwischen den absolut gleichberechtigten Musikern hin- und herwirft und in präzisem musikalischem Ballett mit sich selbst tanzt.



Ralf Fischer ist seit knapp 20 Jahren als bildender Künstler tätig, betreibt seit über 10 Jahren  eine eigene Werbeagentur und hat sich auch einen Namen als Fachjournalist im Bereich Grafik/Design gemacht. Der tägliche Umgang mit der „multimedialen“ Landschaft der Computerwelt führte dazu interdisziplinäre Konzepte zu entwickeln, welche verschiedene Bereiche der Kunst enger miteinander verweben. Als Folge entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit und Freundschaft mit Florian Magnus Maier. Ralf Fischer lebt und arbeitet heute in Geisenhausen.

Florian Magnus Maier studierte klassische Komposition und Flamencogitarre in Rotterdam. Seit seinem Abschluss cum laude erhielt er mehrere internationale Kompositionspreise und Nominierungen. Seine Werke, die von symphonischer Musik, Solokonzerten, Kammermusik bis hin zu Musik für Film- und Tanzproduktionen, Weltmusik und Death Metal reichen, werden weltweit von renommierten Ensembles und Solisten sowie von seinen eigenen Ensembles NONEUCLID und THE HUNGRY GODS aufgeführt. Maier lebt als freischaffender Komponist und Gitarrist in Rotterdam.

Jan Rokyta hat Zimbal bei Ludmila Dadáková am Konservatorium von Bratislava (Slowakei) und Blockflöte bei Walter van Hauwe am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam studiert. Unter anderem hat er auch in Ostrava in Tschechien mit dem Zimbalorchester “Technik” (das von seinem Vater Jan Rokyta Sr. gegründet wurde), mit der Philharmonie von Radio Bratislava und später in den Niederlanden mit dem Schönberg Ensemble, dem Niederländischen Bläserensemble, dem Nieuw Ensemble und dem Prometheus Ensemble (Belgien) gespielt. In den Bereichen Volks- und Weltmusik hat Jan Rokyta viel Erfahrung beim Orchester von Het Internationaal Danstheater gesammelt, in dem er von 1995 - 2002 Mitglied war. Seit kurzem arbeitet Rokyta mit der bekannten jüdischen Sängerin Shura Lipovsky zusammen. Gemeinsam mit seiner Frau Liselotte Rokyta spielt er in einem Zimbal-Panflöten-Duo, indem sie klassische Musik und Weltmusik kombinieren.
ART_OF_MUSIC.GIF